Wechseljahre einer Königin

Wechseljahre

Und was verdammt nochmal hat das mit mir zu tun?

Vor einiger Zeit sah ich zufällig beim Fernsehen eine Werbung mit einer attraktiven, äusserst jugendlich wirkenden Frau. Sie tanzte fröhlich und unbeschwert durch ihre Wohnung und dann kam der Slogan „… für die reife Frau ab 40“. Diese Werbung bezog sich auf spezielle Höschen bei Inkontinenz. Keine Ahnung warum aber in diesem Moment hatte ich ein komisches Gefühl, denn damit hatte ich nicht gerechnet.

Plötzlich kam folgender Satz in mir hoch „Ich bin über 40 und verdammt nochmal, was hat das mit mir zu tun?“ Bis zu diesem Zeitpunkt machte ich mir sicher keine Gedanken über das Älterwerden in Kombination mit Inkontinenz.  Klar ist, dass mit dem Älterwerden natürlich Themen aufkommen, über die man erst darüber nachdenkt, wenn sie einem irgendwann selbst betreffen oder wenn man, wie mit besagter Werbung, damit konfrontiert wird.

Bewusst machen, dass es Veränderungen geben wird

Ein „guter“ Freund sagte letztes Jahr beim Herumblödeln zu mir „Bist du nicht eh schon im Wechsel?“. Das Geplänkel bezog sich in dem Fall auf unser beider Alter (er ist, zugegebenermaßen eine Spur jünger als ich) und natürlich bekam er postwendend die entsprechende Antwort.

Monsieur hat mich aber aufgrund dieser Aussage zusätzlich zu der oben genannten Werbung dazu inspiriert, die Themen Älterwerden und Wechseljahre aufzugreifen und einen Artikel darüber zu schreiben.

Es ist absolut nicht abwegig, sich als Frau ab 40 darüber zu informieren und sich Gedanken zu machen, was insbesondere die Wechseljahre überhaupt bedeuten. Denn früher oder später, trifft es uns „Königinnen“ alle.

Was bedeuten die Wechseljahre eigentlich?

Es ist die Zeit der hormonellen Umstellung, die am Ende der fruchtbaren Phase einer Frau steht. Die Wechseljahre sind, genauso wie die Pubertät, ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau.

Im Gegensatz zu den männlichen Spermien, haben wir Frauen nur eine begrenzte Anzahl an Eizellen und diese werden auch ab der ersten Menstruation nur noch aufgebraucht. Ab dem 40. Lebensjahr sind so viele Eizellen verbraucht, dass immer seltener welche heranreifen. Wenn der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken zu Ende geht, setzen die Wechseljahre ein.

Die Phasen der Wechseljahre

Ab dem 40. Lebensjahr beginnt eine allmähliche Verlangsamung der Eierstockfunktion mit nachlassender Hormonproduktion. Mit der letzten Menstruation und der sogenannten Menopause, beginnen die eigentlichen Wechseljahre. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Eizellen (insgesamt ca. 40.000 Stk.) in den Eierstöcken aufgebraucht.  Die Zeit nach der Menopause nennen Mediziner Postmenopause. Im Allgemeinen dauern die Wechseljahre etwa zehn Jahre aber das ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich.

Hormone – auch nicht mehr das, was sie mal waren

In den Wechseljahren verändert sich der komplette Hormonhaushalt und im Zuge der Umstellung auf den Wechsel, können leider auch Beschwerden auftreten. In der Zeit vor der Menopause kommt die Monatsblutung zunehmend unregelmäßiger, die Stärke der Blutung schwankt immer mehr. Ärzte sprechen erst dann von einer Menopause, wenn die Blutung an zwölf aneinander folgenden Monaten ganz ausgeblieben ist. Eine Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen bringt auf jeden Fall absolute Klarheit und die notwendige Medikation, bei Beschwerden.

Für Neues öffnen

Mit dem Beginn der Wechseljahre verändert sich nicht nur biologisch der weibliche Körper sondern auch die Einstellung zum Leben. Viele Frauen empfinden die Umstellung unterschiedlich. Manche sehen darin eine Befreiung der Menstruationssklaverei und spüren eine Um- und Neuorientierung in ihrem Leben und erleben aufgrund dessen eine Aufbruchstimmung. Andere sind niedergeschlagen und fühlen sich einfach nur alt und nutzlos, sie befürchten geistige und körperliche Leistungsbeeinträchtigungen und das Älterwerden wird ihnen bewusster.

Jede Frau kann natürlich für sich selbst entscheiden, wie sie mit dieser Phase ihres Lebens umgeht aber eines sollte uns Königinnen klar sein, die Wechseljahre bedeuten keineswegs das Ende des Frauseins. Es ist einfach nur wichtig, diese Phase als Teil des Lebens so zu akzeptieren und anzunehmen und vor allem für neue Dinge und wunderbare Herausforderungen offen zu sein.

Bildquelle: fotolia.com – Urheber:contrastwerkstatt

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