Paar-Beratung – erst wenn es weh tut?

In Österreich gibt es Redewendungen wie zum Beispiel „das wird schon wieder!“ oder „schau ma mal!“. Viele Paare gehen leider viel zu spät zu einer Paar-Beratung bzw. zu einer Paartherapie. Vor einiger Zeit war ein Paar bei mir, das seit 4 Jahren keinen Sex mehr hatte und mit dem Rücken zueinander saß. Aus Bequemlichkeit hat es sich so ergeben und jetzt ist das Interesse zum jeweils Anderen verblasst. Natürlich geht es nicht nur um Sex! Die beiden haben sich einfach aus den Augen verloren. Ein anderes Paar meinte, dass sie „eigentlich eh sehr gut miteinander auskommen, weil sie in den letzten 20 Jahren nie miteinander gestritten haben aber…!“

Warum lassen Paare den Leidensdruck in der Beziehung so lange anstehen?

Weil es vielleicht „eh“ wieder wird? Von alleine und ohne Selbstreflexion wird es leider nicht wieder! Muss es erst wirklich weh tun, um ins Handeln zu kommen? Bekanntlich wird es auch nicht besser, je länger man die Krise anstehen lässt. Wegschauen oder ablenken hilft nur bedingt. Bei Zahnschmerzen helfen Schmerzmittel auch nur auf kurze Zeit.

Warum muss es erst schmerzen?

Auch wenn es ein drastischer Vergleich ist aber manchmal hat der Beginn einer Krise in der Partnerschaft, sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit beginnenden Zahnschmerzen. Somit wäre doch am idealsten, wenn man regelmäßig zur Vorsorge geht oder? OK, die Wenigsten gehen gerne zum Zahnarzt aber umso glücklicher sind die Meisten, wenn es nicht weh getan hat und die Zähne absolut in Ordnung sind. Dazu gehört natürlich auch die dementsprechende Pflege.  Und genauso ist es auch in der Paarbeziehung. Die Beziehung lebt von der Pflege wie zum Beispiel Zweisamkeit, Nähe, gemeinsamen Erlebnissen, gesunder Selbstreflexion, Spaß und Sexualität. Das sind alles Punkte, die aktiv in die Hand genommen werden sollten. Denn „von nix kommt nix“ ist auch in diesem Fall eine passende Redewendung.

Vorsorge statt Krise in Beziehung / Ehe

Klar, kann einem der Partner bzw. die Partnerin zeitweise (dauerhaft?) auf die Nerven gehen und nicht alles eitel Wonne sein. Oft sind es aber nur kleine Unstimmigkeiten oder vielleicht sogar „nur“ Banalitäten über die gestritten wird. Die Sinnhaftigkeit des Themas ist oft im Nachhinein fragwürdig aber keiner möchte nachgeben um nicht als der/die Dumme dazustehen oder weil man gar zu stolz ist. „Kleinvieh macht auch Mist!“ Je mehr davon angesammelt wird, um so schwieriger ist es wieder raus zu kommen. Steht es sich dafür? Wertvolle Zeit für Unstimmigkeiten zu vergeuden, anstatt sie mit dem Menschen, den man liebt schöne Momente zu verbringen? Viele Paare sehen den jeweils anderen gar nicht mehr wirklich und nehmen den Partner bzw. die Partnerin als selbstverständlich. Schade oder?

Der erste Schritt zur Eigeninitiative

Ideal wäre es, wenn sich das Paar, Zeit zu zweit gönnt und bewusst über ihre Bedürfnisse spricht. Das bedeutet, dass darüber gesprochen wird, was Frau/Mann gerne in der Beziehung hätte (und bitte nicht, was dem jeweils anderen ordentlich auf den „Keks“ geht).

Beispiele dazu wären:

  • Gemeinsam zu kochen
  • oder ein gemeinsamer Spaziergang, um vielleicht den Stress des Tages loszulassen (anstatt allabendlich vor dem Fernseher zu hocken)
  • Gegenseitige Massagen mit einem wohltuendem Massageöl und angenehmen Ambiente, fördern die Bindung in der Beziehung.
  • Wer noch den extra Kick haben möchte, könnte als Paar sogar mal eine Tantra Massage ausprobieren.

Paar-Beratung ist Wellness für die Beziehung

Meines Erachtens wäre es schön, wenn Paar-Beratung nicht immer nur in Krisensituationen oder wenn es bereits weht tut, gemacht wird. Warum nicht einfach mal umdenken? Lässt man sich nicht auch einfach mal massieren, nur weil es gut tut? Vorsorgeuntersuchungen, um sich zu versichern, dass alles ok ist? In die Sauna, weil schwitzen auch Spaß machen kann und nicht nur die Widerstandskräfte stärkt? Warum nicht einfach mal ein Paarwochenende oder sogar eine Paar-Woche entweder alleine oder mit Gleichgesinnten unter geführten und gezielten Paar-Übungen, Paar-Beratungen von Professionisten gemeinsam verbringen?

Wellness für die Beziehung generieren und es sich dadurch einfach gut gehen lassen. Sich gegenseitig neu zu entdecken und sich vielleicht mit anderen Augen sehen? Vorsicht – ein Wieder-Verlieben in den eigenen Partner bzw. in die eigene Partnerin kann ohne weiteres passieren!!!

Bei Interesse, einfach anfragen…

 

Bildquelle: Photo by taylor hernandez on Unsplash

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